Du willst im 5K schneller werden, aber ohne Chaos, ohne jedes Training “all-in” zu laufen und ohne nach zwei Wochen wieder bei null zu stehen? Dann brauchst du keinen neuen Hype. Du brauchst einen Plan, der dich konstant macht.

Dieser 5K Trainingsplan ist genau dafür gebaut: 6 Wochen, klare Struktur, zwei Qualitäts-Einheiten pro Woche (Intervalle + Tempo), genug lockere Kilometer dazwischen und am Ende ein kurzer Taper, damit du am Test- oder Race-Day wirklich frei laufen kannst.

Warum der Plan funktioniert

Die meisten werden beim 5K nicht langsamer, weil sie zu wenig trainieren, sondern weil sie zu oft im falschen Bereich laufen: fast jeder Lauf ist “mittelhart”. Das klingt diszipliniert, fühlt sich nach Arbeit an, aber es macht dich selten schneller. Es macht dich vor allem müde.

Der Schlüssel ist die Trennung: Easy bleibt easy, damit du regenerierst und echte Qualität liefern kannst. Und hart bleibt hart, damit dein Körper lernt, Speed zu halten, wenn es unangenehm wird. Genau das entscheidet im 5K zwischen “fast” und “PB”.

  • Intervalle verbessern Speed, Schrittfrequenz und Laktat-Toleranz (du lernst, schnell zu laufen, ohne zu zerbrechen).
  • Tempo baut “haltbar schnell” auf (du lernst, ein unangenehmes Tempo stabil zu tragen).
  • Easy + Long Run geben dir Motor, Erholung und Stabilität (damit die schnellen Tage wirklich schnell sind).

Die Progression ist bewusst sauber: Wir steigern schrittweise (mehr Wiederholungen, längere Abschnitte oder etwas weniger Pause), aber nie alles gleichzeitig. So bleibst du stabil, bleibst dran und kommst nach 6 Wochen messbar schneller raus.

Pace-Guide

Du steuerst die Einheiten über Pace und Gefühl. Pace gibt dir eine Richtung, Gefühl bestätigt, ob es heute passt. Wenn du Easy Runs absichern willst: Nutze den Talk Test. Kurz erklärt hier: Cleveland Clinic (Talk Test).

Schritt 1: Bestimme deine aktuelle 5K-Pace. Wenn du keinen frischen Wert hast, laufe in Woche 1 statt der Tempo-Einheit einen kontrollierten 5K-Test (gleichmässig starten, am Ende schneller werden).

5K-Pace (min/km) = deine 5K-Zeit ÷ 5

Bereich So fühlt es sich an Richtwert zur 5K-Pace
Easy (E) Du kannst in ganzen Sätzen reden. +45 bis +90 Sek/km
Steady (S) Spürbar, aber stabil, kurze Sätze gehen noch. +30 bis +45 Sek/km
Tempo/Schwelle (T) Kontrolliert hart, du könntest es 20–30 Min halten. +15 bis +30 Sek/km
Intervalle (I) Hart, aber sauber und wiederholbar. -5 bis +10 Sek/km
Strides Schnell, locker, technisch sauber (kein Sprint). 15–20 Sek zügig, volle Erholung

Mini-Beispiel: 25:00 auf 5K = 5:00 min/km. Easy ca. 5:45–6:30, Tempo ca. 5:15–5:30, Intervalle ca. 4:50–5:05.

Gerade bei Intervallen lohnt es sich, Reibung und “Hot Spots” gar nicht erst entstehen zu lassen. Wenn du da anfällig bist, helfen stabile Socken wie die Tempo Run Socken dabei, dass du dich auf Pace und Technik konzentrieren kannst statt auf deine Füsse.

Wochenstruktur

Du kannst die Tage tauschen, aber halte zwischen den harten Einheiten möglichst einen Easy-Tag. Der Rahmen bleibt gleich:

  • 1x Intervalle
  • 1x Tempo
  • 1x Long Run (easy, länger)
  • 1–2x Easy (Regeneration + Basis)
  • Optional: 1–2 kurze Kraft/Stabi-Sessions (20–30 Min)

Praktisch für die Konstanz: Warm-up und Cool-down nicht abkürzen, nur weil es kalt ist. Layering hilft, damit du nicht auskühlst und trotzdem sauber ein- und ausläufst (z.B. mit dem Running Club Hoodie vor und nach dem Run).

Silhouettes of man and woman running at sunset

Der 6-Wochen-Plan

Warm-up (Intervalle/Tempo): 10–15 Min easy + 3–4 Strides
Cool-down: 8–12 Min easy

So setzt du die Woche auf

Du kannst die Tage verschieben, aber halte zwischen den harten Einheiten möglichst einen lockeren Tag. Wenn du nur 3 Läufe pro Woche machst, streichst du den optionalen Easy Run.

Tag Einheit Ziel
Di Intervalle Speed + 5K-Gefühl
Do Tempo Haltbar schnell
Sa/So Long Run (easy) Basis + Stabilität
1–2x flexibel Easy (optional) Erholung + Kilometer
Woche 1: Rhythmus

Ziel: Sauber starten, die Paces kennenlernen, nichts erzwingen.

Intervall: 8 × 400 m @ I-Pace, 200 m locker traben
Tempo: 3 × 6 Min @ T-Pace, 2 Min locker
Long Run: 45–55 Min easy
Easy (optional): 1–2 Läufe à 25–40 Min easy

Woche 2: Mehr Druck

Ziel: Gleiche Qualität, etwas mehr Arbeit. Pace bleibt kontrolliert.

Intervall: 10 × 400 m @ I-Pace, 200 m locker traben
Tempo: 2 × 10 Min @ T-Pace, 3 Min locker
Long Run: 50–60 Min easy
Easy (optional): 1–2 Läufe à 30–45 Min easy

Woche 3: Länger schnell

Ziel: “Haltbar schnell” aufbauen, damit km 3 nicht dein Breakpoint wird.

Intervall: 5 × 800 m @ I-Pace, 2–3 Min locker
Tempo: 20 Min am Stück @ T-Pace (kontrolliert)
Long Run: 55–65 Min easy
Easy (optional): 1–2 Läufe à 30–45 Min easy

Woche 4: 5K-spezifisch

Ziel: Unangenehm, aber wiederholbar. Du willst Kontrolle, nicht Chaos.

Intervall: 3 × 1.000 m @ I-Pace, 3 Min locker + 4 × 200 m zügig, 200 m locker
Tempo: 24 Min am Stück @ T-Pace
Long Run: 60–70 Min easy
Easy (optional): 1–2 Läufe à 30–45 Min easy

Check: Wenn du die letzten Wiederholungen nur noch überlebst, warst du zu schnell. Ziel ist Wiederholbarkeit.

Woche 5: Peak

Ziel: Top-Qualität, aber mit Reserve. Du willst frisch bleiben.

Intervall: 4 × 1.000 m @ I-Pace, 3 Min locker
Tempo: 2 × 12 Min @ T-Pace, 3 Min locker
Long Run: 50–60 Min easy (etwas kürzer = frischer werden)
Easy (optional): 1–2 Läufe à 25–40 Min easy

Woche 6: Taper + 5K

Ziel: Frische holen. Du willst am 5K-Tag bereit sein, nicht “voll trainiert”.

Speed (kurz): 6 × 200 m zügig (sauber), 200 m locker
Tempo (kurz): 12–15 Min @ T-Pace (nur antesten)
Easy: 2 Läufe à 20–35 Min easy
5K-Tag: Warm-up + 5K Test/Race

5K-Tag: Pace-Plan

Der grösste Fehler ist fast immer derselbe: zu schnell starten. Der Start fühlt sich leicht an, bis er dich bei km 3 einholt. Lauf smart und gib dir die Chance, hinten raus wirklich schnell zu werden.

  • Km 1: kontrolliert anlaufen (ca. 5–10 Sek langsamer als Zielpace). Fokus: ruhig atmen, lockere Schultern, saubere Schritte. Du willst dich “zu langsam” fühlen – genau richtig.
  • Km 2–4: Zielpace einrasten und stabil halten. Denk an Rhythmus statt Druck: kurzer, schneller Schritt, Oberkörper ruhig, Arme effizient. Wenn du dich bei km 2 schon quälst, war km 1 zu schnell.
  • Km 5: jetzt wird es ehrlich: Technik halten und nach vorn arbeiten. Stell dir vor, du ziehst dich von Läufer zu Läufer. Letzte 400 m: alles, was noch da ist, ohne dass die Form bricht.
Läufer überquert die Ziellinie und reisst das Zielband – 5K Race Day

Fazit

6 Wochen sind kurz genug, um fokussiert zu bleiben, und lang genug, um echten Fortschritt zu sehen. Wenn du Easy wirklich easy läufst und die zwei schnellen Einheiten pro Woche sauber umsetzt, wirst du am Ende nicht nur härter sein, sondern schneller.

Der Unterschied kommt nicht von einer “magischen” Session, sondern von der Summe: Wiederholbare Intervalle, ein Tempo-Run, der dich kontrolliert ans Limit bringt, und genug lockere Kilometer, damit dein Körper das Ganze verarbeitet. Genau so entsteht dieses Gefühl, das du im 5K willst: du läufst schnell, aber du hast Kontrolle. Du kannst bei km 3 noch reagieren, bei km 4 noch nachlegen und bei km 5 wirklich durchziehen.

Halte dich an das Prinzip: Qualität an den Quality-Days, Geduld an den Easy-Days. Wenn eine Woche stressig ist, reduziere lieber leicht, statt dich zu zwingen. Konstanz schlägt Perfektion, immer. Und wenn du den 5K am Ende läufst, wirst du nicht nur eine Zeit auf der Uhr sehen, sondern auch merken, wie viel stabiler du geworden bist.

Dein nächster Schritt

Setz dir jetzt ein klares Ziel: Welche 5K-Zeit willst du in 6 Wochen laufen? Trag die Einheiten in deinen Kalender ein und starte mit Woche 1. Konstanz schlägt Perfektion.

Wenn du deinen 5K-Test gelaufen bist: poste deine Zeit und markiere @athlix.performance. Wir teilen euren Progress gerne weiter und feiern jeden, der Woche für Woche den nächsten Schritt holt.

1 Kommentar

  • Tristan

    Tristan

    Danke für die Infos, kannte zwar schon ein bisschen wie man ca. rennen sollte aber so genau und übersichtlich, vor allem alles an einem Ort habe ich noch nie gesehen

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